Neues aus dem Fitness-Franchising

Jahr für Jahr wächst die Zahl der Mitglieder in Fitnessstudios, 2018 beispielsweise um knapp 5 Prozent. Einer der Gründe dafür ist, dass die Branche sich mit neuen Trainingsmöglichkeiten wie EMS immer wieder selbst revolutioniert. Wir werfen einen Blick dahinter, wie Fitness-Franchises auf dem neuesten Stand der Zeit bleiben.

Fitnessstudios erfreuen sich noch immer steigender Beliebtheit – obwohl bereits mehr als 11 Millionen Deutsche und damit mehr als jeder achte Bundesbürger in einem Fitnesscenter angemeldet sind. Die Branche boomt, und zwar nicht nur im Bereich der Studios an sich, sondern auch bei Ernährung, Wellness & Co.

Mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz verzeichnete die gesamte Fitnessindustrie in Deutschland im vergangenen Jahr. Einen Teil davon machen Fitness-Franchises aus: Viele Fitnessstudio-Ketten treiben ihre Strategie dank eines Franchisesystems voran.

Body Shape Fitness, easyfitness, MC Shape, Bodystreet, fitbox und INJOY sind nur einige der zahlreichen Unternehmen in Deutschland, die mittels Franchising noch mehr Standorte aufbauen möchten.

So profitieren Fitness-Franchises

Die Vorteile eines Franchisesystems in der Fitnessbranche liegen dabei auf der Hand: Marketingaktionen und Einkäufe von Geräten können so gebündelt werden, und eine einheitliche Marke wird aufgebaut und genutzt. Dank dieser Pluspunkte sind viele der genannten Fitness-Franchises durchaus erfolgreich unterwegs. Bodystreet eröffnet beispielsweise allein im August diesen Jahres fünf neue Studios und verwaltet damit schon fast 300 Standorte. Sogar ein Betrieb in Tansania und einer in den USA zählen mittlerweile zum Angebot des Unternehmens, das sich auf das EMS-Training (elektronische Muskelstimulation) spezialisiert hat.

Ein weiteres Paradebeispiel ist INJOY: Das Studio mit knapp 200 Standorten in Europa ist im Februar 2019 mit dem Deutschen Servicepreis in der Kategorie Freizeit ausgezeichnet worden. Dabei hat sich das Unternehmen gegen 37 Mitbewerber, unter anderem aus der Fitnessbranche, durchgesetzt.

Auf etwas kleinerem Niveau erfolgreich ist auch MC Shape. Zunächst konzentrierten sich die Gründer hier auf die regionale Verbreitung in Baden-Württemberg, kürzlich wurde mit dem 18. Standort erstmals in ein anderes Bundesland „expandiert“, nach Hessen nämlich.

Die Trends in der Branche: Digital muss es sein

Franchising in der Fitnessbranche bedeutet natürlich, dass jedes der Studios unter einer Marke das (mehr oder minder) gleiche Konzept umsetzt. Und Konzept heißt heutzutage in diesem Sektor immer mehr: Digital muss es sein. Nur mit einem Mitgliedsausweis und durch ein Drehkreuz Zugang zum Studio zu erhalten, ist ohnehin schon längst etabliert. Doch nun erhalten auch weitere digitale Lösungen nach und nach Einzug in deutsche Fitnessstudios.

Technologiegestützte Systeme gibt es nicht mehr „nur“ für den Eingang, sondern auch für die Messung der Leistung während des Trainings oder auch zum Einstellen der Gewichte an den Geräten.

Franchises müssen hier immer voll auf der Höhe der Zeit sein, denn die Konkurrenz ist groß. Dabei hat es – zumindest in Deutschland – noch kein Unternehmen geschafft, die Marktdominanz zu übernehmen.

Ein besonderer Trend, der natürlich ebenso mit der Digitalisierung verbunden ist: Die sogenannten „Wearables“. Das sind Accessoires, die die Leistung während des Trainings messen, zum Beispiel Fitnessuhren oder Sensoren zum Anbringen an der Kleidung.

Laut einer Studie des amerikanischen ACSM Health & Fitness Journal sind Wearables der weltweit größte Fitnesstrend 2019. Auf Platz zwei landet das Gruppentraining, und danach folgt das High-intensity interval training (HIIT). Gerade bei Franchiseunternehmen muss die Strategie bei solchen Tendenzen immer wieder angepasst werden, um nicht den Anschluss an die Mitbewerber zu verlieren. Die Faustregel: Je schneller ein Trend in einem Fitnesscenter Einzug erhält, desto zufriedener sind die Kunden.

Deutsche Studie: Qualität ist wichtig

Eine ähnliche Umfrage zu Trends in der Fitnessbranche wurde auch in Deutschland unter Fitnessexperten durchgeführt, und zwar vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV). Laut des DSSV findet sich die Messung und Dokumentation der Trainingseffektivität „nur“ auf Platz drei wieder, anders als bei der weltweiten Studie aus den USA. Rang zwei belegen Fitnessprogramme für Best Ager und Senioren, und an der Spitze stehen qualifizierte Trainer mit hohem Ausbildungsstandard. Obwohl doch eher günstige Fitnessstudios viele deutsche Innenstädte prägen, legen die Experten dennoch viel Wert auf Qualität.

Da passt es ins Bild, dass Fitness heutzutage fast schon automatisch mit „Wellness“ und „Gesundheit“ verknüpft ist. Im Gegensatz zu früheren Jahren, wo mit Fitness eher das klassische Bodybuilding gemeint war, ist Fitness 2019 in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Davon profitieren Fitness Franchises, was allein schon die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt. Fitnessstudios sind für jeden etwas, vom Rentner über den Banker bis hin zum Jugendlichen.

Neue Trainingsmethoden in den Studios

Um alle diese Personengruppen bestmöglich ansprechen zu können, müssen unterschiedliche Trainingsmethoden und -konzepte angeboten werden. In diesem Bereich schafft es die Fitnessbranche regelmäßig, sich selbst zu revolutionieren und neue Trends entstehen zu lassen.

Vor einigen Jahren war die Trendsportart Nummer Eins Zumba, 2019 kommt Yoga wieder mehr in Mode. Und darüber hinaus gibt es in jedem Studio Angebote, die vielleicht nicht jeden ansprechen, aber für Interessenten einen echten Mehrwert darstellen.

Eine aktuelle Neuheit ist zum Beispiel die sogenannte „Jumping Fitness“: Auf kleinen Trampolinen kann sich im Gruppenkurs richtig ausgepowert werden. Auch Pole Dancing entwickelt sich immer mehr weg von der zwielichtigen Kneipenbeschäftigung und hin zum modernen Sport.

Im Bereich der Fitness gibt es wohl ebenso viele Trends und Trainingsmethoden, wie es Studios gibt. Davon können Fitness Franchises nur profitieren und sich beispielsweise auf einen bestimmten Bereich spezialisieren. Die aktuelle Marktsituation in der Branche ist jedenfalls sehr positiv für die Anbieter, und die Trends zu Fitness und Gesundheit werden wohl noch längere Zeit anhalten. Somit steht einer rosigen Zukunft für Fitness Franchises nichts im Wege.

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