Starbucks’ Angriff in Italien

Die US-Kaffeehauskette Starbucks hat jetzt ihr erstes Cafe im Heimatland des Espresso eingeweiht. Das einstige Franchise-Unternehmen mutierte später zu einem Lizenz-System, dessen Systemeigenschaften gegenüber der Öffentlichkeit geschickt verschleiert wurde. Zugleich war die Unternehmensentwicklung gprägt durch diverse Skandale, insbesondere, was die Verwendung ihres Kaffees anging, der mitnichten aus irgendeinem fairen Handel stammte. Ganz im Gegenteil machte der Kaffee-Riese jahrelang einen riesigen Gewinn auf Kosten der armen Kaffee-Bauern.

Aber damit nicht genug: Zuletzt waberte ein handfester Gender-Skandal durch die Medien, der Starbucks
Stellung in den USA nachhaltig beschädigte. Dort wurden Farbige und andere Migranten aufgrund ihres Aussehens nicht bedient oder beschimpft.Ein weiteres unschönes Kapitel in der Sturbucks-Firmenhistorie.

Italiens erstes Starbucks-Cafe wurde im Zentrum Mailands eröffnet. Es handelt sich um das größte Lokal des US-Giganten in Europa, berichteten italienische Medien. Es befindet sich im Palazzo Broggi unweit des Doms, in dem einst die Börse untergebracht war. Das Mailänder Starbucks-Cafe erstreckt sich auf einer Fläche von 2.400 Quadratmetern. Das US-Unternehmen plant die Eröffnung weiterer Cafés in Italien. Gesucht wird zurzeit nach einer passenden Location in Turin.

Starbucks wird in Italien wegen der Konkurrenz der “Bars”, in denen Espresso angeboten wird, kein einfaches Leben haben. In Italien werden laut Branchenverband Fipe jedes Jahr sechs Milliarden Tassen Espresso serviert. Der Umsatz damit beträgt 6,6 Milliarden Euro.

Jetzt geht der Kaffee-Konzern aber auch ziemlich moderne Wege: In einer Starbucks-Filiale in Mexiko Stadt werden demnächst nur Mitarbeiter arbeiten, die älter als 55 sind. Das Unternehmen hat hierfür sieben Männer und Frauen eingestellt, die zwischen 55 und 66 Jahren alt sind. Noch werden sie von jüngeren Starbucks-Angestellten geschult, bald schon aber sollen sie den Laden übernehmen. Das ganze ist Teil eines Programms der mexikanischen Regierung in Zusammenarbeit mit Starbucks mit dem Ziel, die Chancen von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Der Geschäftsführer von Starbucks Mexiko, Christian Gurria: “Es ist schwierig geworden, Menschen über 40 anzustellen. Das ändert sich gerade, weil es eine gesellschaftliche Notwendigkeit gibt. Damit unsere älteren Menschen an der Arbeit und dem wirtschaftlichen Leben teilhaben können. Ich bin froh, dass wir dazu die Möglichkeit haben.” Auch Sergio Arrioja nimmt an dem Programm bei Starbucks teil. Er findet die Idee gut: “Ich sehe die neue Generation und die Begeisterung, mit der sie für die Firma arbeiten. Sie behandeln uns aufmerksam und respektvoll. Ich denke, wir sind eine sehr interessante Verbindung eingegangen. Und am Ende werden alle davon profitieren.” Die Schichten der älteren Arbeitnehmer dürfen nicht länger als sechseinhalb Stunden dauern, zudem werden ihnen zwei freie Tage pro Woche garantiert. Sollte sich das Modell bewähren, könnte es in Mexiko Schule machen.

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