Als eine der ikonischsten Lingerie-Marken kehrt Victoria’s Secret Franchise nach Deutschland zurück – diesmal mit einem strategischen Neustart, der nicht weniger als einen Einzelhandelserfolg bedeuten kann.
Supermodel Tyra Banks, 50, Adriana Lima ,43, und Gigi Hadid, 29, und Candice Swanepoel liefen zuletzt noch für Victoria’s Sevret über den Laufsteg. Zuletzt war die Marke in Deutschland ausschließlich an Flughäfen vertreten, doch nun plant der US-Konzern, bereits ab 2026 eigene Shops in den zentralen Einkaufslagen großer Städte zu eröffnen. Der Clou: Der Markteintritt erfolgt im Franchise-Modell – ein Musterbeispiel dafür, wie internationales Branding und lokales Unternehmertum zusammenfinden.
Vom Flughafen ins Herz der City
Eigentlich war die Geschichte von Victoria’s Secret in Deutschland bereits geschrieben: Kleine Shops an Flughäfen wie Düsseldorf oder München sollten das Label hier etablieren. Doch nach einiger Zeit wurden diese Filialen geschlossen, der Vorstoß wirkte nicht nachhaltig. Jetzt jedoch adressiert das Unternehmen ganz neue Ambitionen – mit Filialen in deutschen Innenstädten. Geplant sind Standorte in München, Berlin, Frankfurt und Hamburg. Federführend beim Neustart soll ein lokaler Franchise-Partner sein: Die Private Textiles Holding (PTH) aus Sachsen, die bereits Mono- und Multi-Label-Stores von Adidas, Hugo Boss oder Tommy Hilfiger betreibt.
Franchising als Game Changer
Der Einsatz eines Franchising-Modells hat für Victoria’s Secret mehrere strategische Vorteile – und für grüne Unternehmer eine interessante Chance:
- Schneller Markenzugang bei geringerer Risikoübernahme
Statt auf eigene Kosten teure Ladenflächen aufzubauen, kooperiert die Marke mit erfahrenen Retailbetreibern. Das senkt das Risiko und beschleunigt den Eintritt. - Lokales Know-how trifft Global Brand
Die PTH Holding kennt den deutschen Markt: Sie betreibt bereits zahlreiche Stores mit bekannten Marken. Gleichzeitig bringt Victoria’s Secret seine internationale Strahlkraft und sein Produktportfolio ein. - Investitionsstruktur, die Skalierung möglich macht
Durch das Franchise-Modell kann Victoria’s Secret in mehreren Städten starten, ohne zentral jedes einzelne Geschäft selbst managen zu müssen. Lokale Partner übernehmen Betrieb, Personal und Logistik. - Positionierung in einem wachsenden Markt
Experten prognostizieren ein starkes Wachstum für den deutschen Dessous-Markt. Die Kombination aus bekannter Marke und lokalem Betreiber macht den Neustart besonders attraktiv.
Die Gründersicht
Für Gründerinnen und Gründer ist das Beispiel von Victoria’s Secret äußerst lehrreich:
- Erfolgsmodell Franchise: Ein starkes internationales Branding kann durch lokale Partner effizient skaliert werden.
- Risiko-Diversifizierung: Statt alles selbst zu stemmen, kann man mit einem starken Partner das Risiko teilen.
- Standortwahl ist zentral: Innenstadtlagen signalisieren Markenprestige, verlangen aber hohe Investitionen – eine sorgfältige Standortanalyse ist Pflicht.
- Know-how nutzen: Ein Franchisenehmer profitiert nicht nur vom Markenimage, sondern auch von bestehendem operativen Know-how in Sachen Retail, Einkauf und Betrieb.
Internationaler Retail-Revival
Der neue Anlauf von Victoria’s Secret zeigt etwas Größeres: Der stationäre Einzelhandel erfindet sich neu. Marken, die früher auf Auslandsflächen wie Flughäfen gesetzt haben, kehren nun mit kräftigerem Selbstvertrauen in die Zentren zurück. Und sie tun dies nicht allein – sondern mithilfe lokaler Partner. Für Gründer ist das ein klares Signal: Franchising kann ein wirksamer Hebel sein, um globale Marken nach Deutschland zu holen – und gleichzeitig unternehmerisch zu wachsen.
Info-Kasten
Chancen und Risiken für den Franchisenehmer
Chancen:
- Beteiligung an einer global bekannten Marke mit hoher Nachfrage
- Nutzung bewährter Sortimente (Unterwäsche, Nachtwäsche, Beauty-Produkten)
- Potential für schnelle Expansion (mehr Innenstadt-Filialen)
- Synergien mit bestehenden Stores der PTH-Gruppe (Shared Services, Einkauf, Logistik)
Risiken:
- Hohe Anfangsinvestitionen (Ladenbau, Miete in Innenstadtlagen)
- Konkurrenz durch etablierte Lingerie-Marken (z. B. Hunkemöller, Triumph)
- Unsicherheit, ob das stationäre Retail-Modell in stark frequentierten Fußgängerzonen langfristig profitabel bleibt, vor allem in Zeiten von Online-Handel und veränderten Einkaufsgewohnheiten.
Weiter wichtige Infos unter: www.franchising-network.de