Die Marke Wienerwald ist eine der bekanntesten Gastro-Marken Deutschlands – zumindest für eine Generation. Jetzt soll der Klassiker neu aufgeladen werden: moderner, digitaler und vor allem skalierbar im Franchising. Zunächst einmal geht es im Wienerwald jetzt darum, das Unternehmen auf kulinarisch innovative und planerisch solide Füße zu stellen – dann kann es weitergehen Richtung Wachstum.
Vom Kult-Hähnchen zur modernen Systemgastronomie
Wienerwald steht wie kaum eine andere Marke für ein ikonisches Produkt: das Hähnchen.
Genau dieser Kern bleibt – doch rundherum wird aktuell nahezu alles neu gedacht. Unter der operativen Weiterentwicklung vor Ort, unter anderem durch Gastronom Jean-Marc Hakemeyer, wird das Konzept in Hildesheim grundlegend überarbeitet:
- Verschlankte und modernisierte Speisekarte
- Neue Geschmacksrichtungen und internationale Einflüsse
- Ausbau vegetarischer und veganer Angebote
- Überarbeitung von Einkauf, Prozessen und Küchenstruktur
Das Ziel ist klar formuliert: Die Marke soll wieder relevant werden – auch für jüngere Zielgruppen. Oder anders gesagt: Wienerwald soll „hip“ werden, ohne seine DNA zu verlieren.
Alte Marke, neuer Markt: Chance für Franchising
Gerade hier liegt eine der spannendsten Perspektiven für den Franchise-Markt: eine etablierte, emotional aufgeladene Marke, die neu positioniert wird. Wienerwald bringt entscheidende Vorteile mit: hohe Markenbekanntheit bei kaufkräftigen Zielgruppen, klare Produkt-DNA (Hähnchen als Hero-Produkt), emotionaler Nostalgiefaktor und gute Differenzierbarkeit im Wettbewerb.
Doch gleichzeitig wird die Marke jetzt strukturell so aufgestellt, dass sie wieder franchisefähig wird. Standardisierung, klare Prozesse und ein skalierbares Konzept sind die Grundlage dafür.
Pilotstandort als Blaupause für Multiplikation
Der Standort Hildesheim spielt dabei eine Schlüsselrolle. Hier wird das neue Konzept nicht nur getestet, sondern bewusst als Pilotbetrieb für zukünftige Franchise-Standorte aufgebaut. Geplant sind unter anderem: modernisierte Flächen mit Erlebnischarakter (z. B. Beach-Areal am Hohnsensee), eue Servicekonzepte wie Self-Service-Bereiche, eventisierung (z. B. DJ-Abende) und stärkere Verzahnung von Gastronomie und Erlebnis. Dieses Zusammenspiel aus Produkt, Atmosphäre und Erlebnis ist entscheidend, um im heutigen Markt zu bestehen – und später auch erfolgreich multipliziert zu werden.
Expansion: Schritt für Schritt zurück auf die Karte
Die Expansionspläne sind grundsätzlich vorhanden. Bereits zuvor hatte das Management rund um Markus Elberg neue Standorte in Norddeutschland in Aussicht gestellt. Aktuell gilt jedoch ein klarer Grundsatz: Erst das Konzept schärfen – dann skalieren.
Das ist aus Franchise-Sicht der richtige Ansatz. Denn:
- Ein unausgereiftes Konzept lässt sich nicht nachhaltig multiplizieren
- Franchise-Partner brauchen klare Prozesse und funktionierende Einheiten
- Der Proof of Concept am Pilotstandort ist entscheidend für die Expansion
Wienerwald als Blueprint für Marken-Revival im Franchising
Der Fall Wienerwald zeigt exemplarisch, welches Potenzial in „alten bekannten Marken“ steckt – wenn sie konsequent modernisiert und strategisch neu aufgestellt werden. Für Franchising-Interessierte ist das besonders spannend: Einstieg in ein System mit markenbekanntheit, Kombination aus Tradition und modernem Gastro-Konzept und die Perspektive auf Expansion in attraktiven Regionen.
Noch befindet sich Wienerwald in der Transformationsphase. Doch genau hier entstehen oft die interessantesten Chancen – für Unternehmer, die frühzeitig auf ein Comeback setzen. Wenn es gelingt, die Marke erfolgreich zu modernisieren und gleichzeitig klare Franchise-Strukturen aufzubauen, könnte Wienerwald in den kommenden Jahren zu einem der spannendsten Revitalisierungsbeispiele im deutschen Franchising werden.