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Rettung für Galeria Karstadt Kaufhof!

Rene Benko

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) soll Hunderte Millionen Euro als Finanzspritze aus Steuergeldern erhalten. Nach Lufthansa und TUI mit jeweils angehängten Reisebüronetz auf Franchise-Basis wird damit ein weiteres Großunternehmen in der Corona-Krise unterstützt, um die Innenstädte mit ihren Konsumtempeln zu retten.

Grünes Licht für fast eine halbe Milliarde Euro gab der Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds am 27. Januar 2021. Das staatliche Hilfsangebot liegt nun dem Unternehmen zur Entscheidung vor. Der Handelsriese verfügt noch über fast 130 Kaufhäuser von einstmals 240. In vielen Innenstädten gelten sie als unentbehrliche Publikumsmagneten, deren Schließung auch vielen umliegenden Läden schwer zu schaffen machen würde. Rückendeckung für den Millionen-Segen gab der Handelsverband Deutschland (HDE). Dessen Präsident Josef Sanktjohanser, ehemals Rewe-Manager, wandte sich in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Die Warenhauskette sei „wichtigster Anker und Besuchermagnet und systemrelevant für die Zukunft der deutschen Innenstädte“, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Schreiben. Die Häuser seien „überlebenswichtig“ für das „gesamte innerstädtische Leben“.

Bis zu 460 Millionen Euro soll das gerade aus dem Insolvenzverfahrene entlassene Unternehmen erhalten. Dabei handelt es sich um ein Nachrangdarlehen, das an strenge Auflagen geknüpft ist: Keine Boni für Manager, keine anderen „variablen oder vergleichbare Vergütungsbestandteile, keine Sonderzahlungen in Form von Aktienpaketen. Ob der frisch gekürte GKK-chef Miguel Müllenbach und sein Management-Team bei diesem Verzichtsauflagen in den Deal einwilligt steht dahin.

An wohlgemeinten Ratschlägen herrschte zuvor kein Mangel. Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister in NRW und als Mitglied der FDP erklärter Marktwirtschaftler, forderte noch Monate zuvor mehr Engagement von Großinvestor Rene Benko statt Staatshilfe: „Damit GKK aus der Krise kommt muss das Unternehmen kräftig investieren und seine Filialen noch viel stärker durch digitale Angebote unterstützen.“ Doch als flächendeckende Blaupause genügt ein solches Konzept freilich nicht. Und auch die Tipps des Ministers punkten bestenfalls bei einer Stammtisch-Runde

Der Tycoon aus Tirol verfolgt indessen einen klaren Plan. Statt alle in die Jahre gekommenen Kaufhäuser in das digitale Zeitalter zu katapultieren, betreibt er eine Rosinen-Pick-Strategie. Nur den Besten in den besten Lagen unter den 130 GKK-Warenhäuser gilt sein Augenmerk. Das Comeback der Handels-Dinos soll sich mit „Schwerpunkt auf sieben besonders gute deutsche Innenstadtlagen“ konzentrieren. Diese Strategie beinhalte die Innenstädte von Berlin, München oder Düsseldorf, ansonsten würden Vermögenswerte abgebaut

Ob die finale Roßkur bei GKK gelingt, interessiert auch Torsten Toeller. Schließlich hält der Gründer des Franchise-Giganten Fressnapf einen respektablen Anteil von fünf Prozent an der Signa Holding, in deren Portefeuille sowohl die Handelsaktivitäten wie die der riesige Immobilienbesitz von René Benko gebündelt sind.

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