Teil II: Quo vadis DFV?

Brief_BMWI

Nun bestimmt mit Olaf Scholz wieder ein SPD-Kanzler die Richtung im Lande, ein Déjà-vu für viele in der Franchise-Wirtschaft und eine böse Erinnerung an die ÄRA von SPD-Kanzler Gerhard Schröder. In Zeiten als das Gesetz gegen Scheinselbständigkeit wie ein Damokles über der Franchise-Wirtschaft hing und mit Udo Floto von der Firma EISMANN einen Präsidenten bereits aus dem Amt gekehrt hatte, war es Bernd Faßbender, der die politischen Kontakte knüpfte und einen Draht zu Dr. h.c. Dieter Fröhlich hatte. Ohne den Präsidenten des Franchisenehmer Verband (DFNV) wäre das Thema Franchising vielleicht gar nicht auf die Agenda der Wirtschaftspolitik gekommen. Mit dem politischen Hebel, den vermeintlich schwächeren Part im Franchising, die Franchisenehmer, zu vertreten, öffnete DFNV-Präsident Faßbender in der Ära von Bundeskanzler Schröder viele Türen, die für den DFV-Geschäftsführer und ehemaligen Assistenten eines CDU-Bundestagsassistenten verschlossen blieben. Im Windschatten von Faßbender kam auch der gerade gewählte DFV-Präsident Dr. h.c. Fröhlich in die richtigen politischen Kreise. So saßen DFV und DFNV eines Tages einträchtig am ovalen Tisch im BMWA in Berlin. Heraus kam die erste Studie zum Franchising in Deutschland. Ein Meilenstein in der Geschichte beider Verbände. link zum Brief

Lobbyprofi DFNV:

Der Präsident und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Franchise Nehmer Verbandes (DFNV) baute in über zwei Dekaden eine publizistisch wirkende und in juristischen Fragen beratende Organisation der Franchisenehmer auf. Bernd Faßbender kämpfte er bis zu seinem Lebensende für Fairness im Franchising. Sein besonderes Anliegen galt der Bekämpfung von unsauber arbeitenden Franchise-Systemen und Franchise-Nehmern. Franchising war für ihn „die schönste Vertriebsform, die ich kenne, wenn sie von beiden Seiten richtig angepackt, mutig und kraftvoll in dem Vertrauen zueinander und in die gemeinsame Sache erfolgreich durchgeführt wird.“ 

Wie Erfolgreich der unterschätzte Lobbyist tatsächlich war, belegt ein Brief an das Wirtschaftsministerium. Nicht der DFV, sondern dem DNFV gelang es, als erster einen runden Tisch zum Thema Franchising in Berlin zu initiieren. Mal sehen wie es bei der Fortschrittskoalition klappt. Die Lehrjahre dürften vorbei sein.

Mit dem plötzlichen Tod von Bernd Faßbender, von Freunden „Bernie“ genannt, Ende Dezember 2012 starb auch die ebenso ehrenhafte wie ehrgeizige Verbandsidee. Die Versuche einiger DFNV-Anwälte Sammelklagen von entrechteten Franchisenehmern vom Zaun zu brechen, verebbte gleichfalls. Manche dem DFNV nahestehende Anwälte, die keinen Platz unter der Sonne in dem beim DFV organsierten Anwalts-Kartell vergönnt war, wechselten die Seiten. Dr. Giesler zum Beispiel. Der Top-Jurist profilierte sich mit seinem Forum „Bonner Tag des Franchise-Rechts“ bei den Franchise-Gebern und berät heute schwerpunktmäßig die SB-Italo-Restaurant-Kette Vapiano. (Fortsetzung folgt)

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