950 Franchisesysteme und zuwenig Partner?

Das Ergebnis einer Studie des Bonner Mediendienstes Forum Franchise und Systeme, die der Unternehmensberater Felix Peckert vorstellte lautet: Die Franchisesysteme haben Probleme, neue Partner zu finden. Peckert gibt an, dass von 950 Systemen 20 Prozent auf einen Fragebogen geantwortet haben. Das ist insofern interessant, als dass es äußerst zweifelhaft ist, dass mehr als 300 Systeme in Deutschland überhaupt wirtschaftlich tätig sind, und dass die Verifizierung der Angaben im Nirwana liegt.. Auf der Basis dieser Erkenntnis sind die Ergebnisse dieser Befragung entsprechend zu gewichten. Ungern erinnern sich viele Interessierte an die Franchise-Uhr des DFV, die seinerzeit implizierte, dass jeden Tag hunderte von Arbeitsplätzen in der Franchise-Wirtschaft installiert würden. Auf politischen Druck und eben wegen der Unhaltbarkeit der Behauptung musste dieses Barometer schnellstens wieder eingestampft werden.

Als weitere Frage erhebt sich, warum diese Erhebung nicht zu allererst vom Deutschen Franchiseverband mithilfe einer renommierten wissenschaftlichen Institution durchgeführt wird? Damit könnte ja beispielsweise die jahrelange Fortschreibung der zweifelhaften Basisdaten endlich ad absurdum geführt werden. Schade eigentlich, dass es in diesem Zusammenhang keine Stimme des Franchisenehmer-Verbandes mehr gibt, die scheinbar mit Herr Fassbender verstorben ist. Mehr Klarheit mit signifikanten Daten könnten der Franchisewirtschaft hierzulande eigentlich nur nützen.

Die Ergebnisse der Veröffentlichung: “Während der Umsatz der Franchisesysteme der Studie zufolge im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent wuchs, stieg die Zahl der Franchisepartner lediglich um 1,2 Prozent auf 120.700.
Rein rechnerisch habe jedes System im Durchschnitt etwa 1,5 Franchisepartner netto hinzugewonnen. „Um nachhaltig zu expandieren, bedarf es bei den meisten Systemen mindestens zehn neuer Partner pro Jahr“, erklärte Peckert. Bundesweit gab es Ende 2017 950 Franchisesysteme mit über 161.700 Betrieben, das waren 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Investitionen liegen zwischen 75.000 und 125.000 Euro pro Betrieb
Das Problem der mangelnden Expansion existiert bereits seit einigen Jahren. Weil die Franchisegeber nicht genug neue Partner finden, gründen sie selbst Filialen. Dabei ist die Idee des Franchising gerade, dass selbstständige Unternehmer, die Franchisenehmer, neue Betriebe eröffnen. Sie schließen mit dem Franchisegeber einen Vertrag, der ihnen für einen bestimmten Standort erlaubt, ein erfolgreiches und erprobtes Unternehmenskonzept umzusetzen. Sie zahlen dafür eine Einstiegsgebühr und in der Regel eine umsatzabhängige monatliche Gebühr. Hinzu kommen die Investitionen, die der Franchisenehmer auf eigenes Risiko tätigen muss. Im Schnitt fallen pro Betrieb zwischen 75.000 und 125.000 Euro an.”

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