Hans-Christian Limmer: Politthriller im Franchising

Verschwörer Dr. Hans-Christian Limmer

Geheimplan gegen Deutschland mit der Kohle aus den BackWerk-Deals des Dr. Hans-Christian Limmer? Von diesem Treffen sollte niemand erfahren: Hochrangige AfD-Politiker, Neonazis und finanzstarke Unternehmer kamen im November in einem Hotel bei Potsdam zusammen. Sie planten nichts Geringeres als die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland. So kündigte das Recherche-Team CORRECTIV am 10. Januar seine enthüllende Story an.

Das Pikante vorab: zum ominösen Treffen luden laut CORRECTIV zwei Männer ein: Gernot Mörig, ein ehemaliger Zahnarzt aus Düsseldorf, der sich fast sein ganzes Leben in der rechtsextremen Szene bewegt. Der andere heißt Hans-Christian Limmer, ein namhafter Investor im Gastro-Bereich. Limmer hat die Backdiscounter-Kette Backwerk großgemacht, heute ist er Gesellschafter der Burgerkette „Hans im Glück“ und beim Essenslieferant „Pottsalat“. Anders als Mörig ist Limmer nicht anwesend, er bleibt der reiche Mann im Hintergrund. Auf die Nachfrage der Investigativjournalisten von CORRECTIV, antwortete er: Er distanziere sich von den Inhalten des Treffens und habe bei der Planung „auch keine Rolle gespielt“.

Aufs Abwiegeln versteht sich der promovierte Kaufmann, schon zu Zeiten von BackWerk gab es Gerüchte um die Nähe zur rechten Szene in Dortmund. So soll Limmers Vater seinerzeit ein Haus für Treffen der Erzkonservativen zur Verfügung gestellt haben. Das benötigte Kapital für die Finanzierung von politischen Irrlichtern heutzutage gewann Dr. Limmer im Verein mit seinen Studienkollegen und Kompagnon Dr. Dirk Schneider mit der Sanierung und Expansion von BackWerk.

Das blendend herausgeputzte Franchise-System Made in Germany, dessen Grundstein einst der Münchner Bäckermeister Robert Kirmeier mit dem ersten BackWerk auf der Nordstraße in Düsseldorf gelegt hatte, versilberten das Duo ehemaliger Roland-Berger-Consultants in zwei Schritten.Zum Jahresende 2014 wurde das Franchise-System für 100 Millionen Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Drei Jahre später reichten die zum Industrie- und Finanz-Imperium der legendären schwedischen Familie Wallenberg gehörende Franchise-Perle für 190 Millionen Euro weiter. Erwerber war der Schweizer Franchise-Riesen mit Shops am Bahnhof: VALORA. Bei zweiten Verkauf strichen die Drs. Limmmer & Schneider nochmals je 19,1 Millionen Euro ein; unterem Strick brachten die BackWerk-Deals ihnen zusammen rund 140 Millionen Euro ein.

Während Dirk Schneider hernach als Gastro-Investor wie Christian Limmer sowie als Sponsor der Dortmunder Oper agierte, erweist sich sein Kompagnon nicht nur als cleverer Geschäftsmann und privathin passionierten Sammler von Oldtimern, sondern als Gastgeber fragwürdiger Zeitgenossen.

P.S. I: Erste Reaktionen im Kreis der Geschäftspartner folgten prompt: Herr Limmer hat uns heute informiert dass er sich von seiner Beteiligung an der Pottsalat GmbH trennen wird“, sagt Pottsalat Mit-Gründer und Geschäftsführer Ben Küstner.

P.S. II :  Auch Hans im Glück trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Mitgesellschafter Dr. Hans-Christian Limmer.

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