Mc Donalds

Die Erfolgsgeschichte von Harald und Sigrid Getrey zeigt, wie man ein international etabliertes, gutes System durch kontinuierlichen Input als Lizenznehmer verbessern kann.

1948 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald gegründet, sollte das Zwei-Mann-Unternehmen bald ein bedeutender Weltkonzern sein. Bis dato gibt es weltweit über 25.000 McDonald’s-Restaurants, deutschlandweit
existieren über 1.200 McDonald’s-Stores. Aber wer steckt eigentlich hinter dem Namen McDonald’s? Zum einen die Company McDonald’s mit Hauptsitz in München und zum anderen 263 Franchise-Nehmer, die in Deutschland
815 McDonald’s-Restaurants als selbstständige Unternehmer betreiben.
Das bedeutet: Ein Franchisenehmer hat im Schnitt drei der begehrten McDonald’s-Lizenzen.

Wenn man allerdings als Einzeloperator zwölf McDonald’s Franchiseverträge besitzt, muss man etwas besser machen als seine Kollegen. Der Frage nach dem wie oder was dazu gingen wir nach bei Harald und Sigrid Getrey. Mit 12 McDonald’s Lizenzen ist die McDonald’s Getrey Gruppe größter Einzel-Franchise-Unternehmer Deutschlands. Der Sitz der Gruppe ist in Neunkirchen/Saar.

Über die Jagd zum Ziel
Den Weg zu McDonald’s fand Harald Getrey im Rahmen seines BWL Studiums in St.Gallen. Dort lernte er im Rahmen eines Vortrags den damaligen Vorstandsvorsitzenden Walter Rettenwender kennen.

Begeistert von diesem wendete sich Harald Getrey an den Referenten, der sich gleich nach der Vita des Studenten erkundigte. Sie entdeckten ein gemeinsames Hobby: Die Jagd.

Rettenwender sprach dem Studenten eine Einladung aus, von der wohl niemand der Anwesenden dachte, dass sie jemals auch tatsächlich folgen würde. Doch Rettenwender hielt Wort. Statt nur über Hirsche und die Pirsch zu sprechen, wurde auf dem Hochsitz auch über die Chancen und Risiken eines McDonald-Systems gesprochen.

Getrey -seit je her Fan und Bewunderer des McDonald’s Systems – erkannte früh die Chancen, die sich einem gerade dann bieten, wenn nur wenige mit Weitblick diese sehen.

2.500 Bewerber im Jahr

Es folgte eine offizielle Bewerbung als Franchisenehmer, so wie es noch heute im Jahr durchschnittlich 2500 Menschen alleine bei McDonald’s Deutschland tun. Auch Ex-Profi Boxer Henry Maske hat die Boxhandschuhe mittlerweile mit einer Grillzange getauscht und besitzt drei McDonald’s Lizenzen im Raum Leverkusen.

Für Harald Getrey kam 1978 das Okay aus der Firmenzentrale in München. Er musste eine einjährige interne Ausbildung absolvieren, die ihn unter anderem zu existierenden Outlets nach Mainz führte.

Jüngster Lizenznehmer

Zusammen mit seiner Frau wurde erfolgreich die Ausbildung als Restaurantleiter abgeschlossen und 1980 kam die erhoffte Nachricht: „Wir haben einen Standort für Sie gefunden“. Mit seinen 28 Jahren war er damals jüngster McDonald’s Lizenznehmer Deutschlands und somit einer der Pioniere des Systems.

Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass die Karriere beim „Goldenen M“ ausgerechnet in der saarländischen Mittelstadt Neunkirchen beginnen sollte.

Dort wo die Menschen zwar Currywurst und Hähnchen kannten und kurz nach Restauranteröffnung gerade ein Eisenwerk geschlossen wurde, wodurch 20.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, dort, so erfuhr der neue Franchisenehmer, werde er die Menschen bald mit BigMäc & Co. verzaubern.

Kleinstadtmiev statt Großstadtflair

Die Reaktion von Harald Getrey und seiner Frau war eindeutig: „Wir waren geschockt. Wir hofften natürlich, ein Outlet in einer Großstadt zu bekommen und hatten uns für Ludwigshafen oder Mannheim beworben.
Ein Minimum von 150.000 Einwohner und eine weltoffenere Bevölkerung wären sicherlich für den Start besser gewesen als Neunkirchen mit seinen damals 30.000 Bürgern.“

Für die Getreys war harte Basisarbeit angesagt: „Wir mussten unseren Kunden erstmal erklären, wie man einen BigMäc isst, und dass wir kein Schnellimbiss nach gelerntem, deutschem Standart sind.“

Mit Aktionen wie Free-Sampling und Engagement in Vereinen, gelang es schnell, McDonald’s als amerikanisches Restaurantkonzept zu etablieren. „Wir haben immer Boden- und Basisnähe bis heute gezeigt und wollten darstellen, dass wir unsere Restaurants als deutscher Mittelstandsbetrieb führen und nicht als ein Unternehmen, welches zentral aus Amerika geführt wird.“

Das Lob der Company kam schnell. Die Umsätze konnten sich sehen lassen, bei wirtschaftlich schlechten Eckdaten in einer Region mit nahezu 20% Arbeitslosigkeit, die zu einer rigiden Ausgabenverkürzung der Bürger führte.

Zum Dialog verpflichtet

„In einem guten Franchisesystem ist die Zusammenarbeit zwischen Franchisegeber und -nehmer partnerschaftlich ausgerichtet. Probleme werden offen angesprochen. Ein Riesenvorteil bei McDonald’s. Bis heute hatten und haben wir jederzeit einen guten Dialog mit unseren Franchisegebern. Auch der Vorstand ist für jeden unserer Franchisekollegen direkt zu sprechen. Dazu braucht man bei McDonald’s weder Interessenvertretungen noch Anwälte.“

Viel mehr sei Engagement gefragt, auch außerhalb seiner Storegrenzen. So engagierte sich Harald Getrey unter anderem über fünf Jahre als Vertreter seiner  Franchisekollegen imCOOP-Präsidium als dessen Marketingausschussvorsitzender und vertrat die Interessen bei zahlreichen Meetings mit dem McDonald’s  Vorstand.

Durch kontinuierliche Investition in ihr Personal und ihre Restaurants und den eigenen Ansatz „immer mehr zu tun, als man erwartet“ haben Harald und Sigrid Getrey bis heute ihre Unternehmensgruppe auf 12 Standorte im Saarland und der Pfalz ausgebaut, darunter drei Restaurants in Saarbrücken.

Grundlage dafür waren die Expansionskriterien von McDonald’s Deutschland, unter anderem Bestnoten in den Bereichen Qualität, Service und Sauberkeit.

Auch zahlreiche Awards, wie Design-, Umwelt-, Marketing- und Personalauszeichnungen belegen das Engagement von „Mister und Mrs. McDonald’s in der  Region“, wie sich die beiden sehen.

Ehrung und Entwicklung

Die positive Einstellung zu McDonald’s und die Dankbarkeit des Lizenzgebers belegen zwei Ehrungen, die nur sehr wenigen McDonald’s Lizenznehmern vorbehalten sind und nur auf internationaler Ebene vergeben werden:

Die Verleihung des Golden Arch Awards im Jahr 1995, der weltweit höchsten Auszeichnung der McDonald’s Company, die an Lizenznehmer verliehen wird, die sich permanent einsetzen, um das McDonald’s System weiterzuentwickeln.

So engagierte sich Harald Getrey unter anderem im Bereich der Entwicklung der Chicken McNuggets, die weltweit nicht mehr aus dem McDonald’s System
wegzudenken sind. Deren Testmarkt war das Saarland, auch was die Gerätetechnik betraf.

Soziales Engagement ist seit je her Herzensangelegenheit der Familie Getrey. Ob im Bereich Sport, Umwelt, bei kommunalen Tätigkeiten oder beim Bau des Ronald McDonald Hauses Homburg, einem Haus für die Eltern schwerstkranker Kinder. Hier folgen die beiden dem Ansatz von McDonald’s Gründer Ray Kroc,  der den Leitsatz prägte „Gib der Gemeinde, die dir soviel gibt, ein Stück zurück“.

Der krönende Beweis ist die Verleihung des International Ronald McDonald Charity Award 2001, dem höchsten Sozialpreis des Unternehmens, von dem sich Familie Getrey auch Vorbildwirkung für ihre Kollegen erhofft.

Engagement und Ausbildung

Durch seinen Einsatz im Bereich des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, bei dem Harald Getrey fast zehn Jahre ehrenamtlich Verbandstätigkeit im Präsidium des DEHOGA Saarland leistet, konnte er maßgeblich die Gespräche zwischen Bund, Ländern und Berufsverbänden führen, die später zu der  staatlichen Anerkennung des Berufsbildes „Restaurantfachmann Systemgastronomie“ führten.

„Wir bilden heute 20 Auszubildende aus und ich bin dankbar, jungen Menschen mein Wissen weitergeben zu können.“

Das Engagement für die Auszubildenden hatte einen persönlichen Hintergrund:

„Ich kann mich noch gut an meine Lehrjahre erinnern, die so gar nichts mit den heutigen Ausbildungssituationen zu tun haben. Zwar hatte man schon damals  einen Personalverantwortlichen, aber heute muss dieser Ausbildungsleiter, Berater, Verwaltungsfachmann, Prüfungstheoretiker, Praxismann und  Motivationskünstler in einer Person sein.“

Zauberkraft der Motivation

„Unsere Stärke sind unser Mitarbeiter“, erzählen Harald und Sigrid Getrey und ergänzen: „Hier investieren wir mehr als andere.“ Um die Personalentwicklung  permanent zu stärken bieten sie Crew- und Management-Incentives, Jubilarfeiern und entwickeln immer neue Ideen.

1995 gründeten sie eine eigene Fachabteilung für Local Store Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Außenevents. Ein eigenes Promotionteam kümmert sich  sowohl um Kinderfeste als auch um die zahlreichen eigenen Motivationsveranstaltungen für Azubis, Crew und Management.

Nur wer sich rundum wohl fühlt, wird leistungsfähig bleiben. Dazu beitragen soll das Angebot für Mitglieder des Managements, gratis in einem Fitness-Studio zu trainieren und so einen Ausgleich zum Job zu finden. Ein Lauftreff, geleitet vom Personalleiter, bringt das Team auf Trab.

Begehrt ist auch die Mitarbeiter-Card, mit der man bei Kooperationspartnern vom Kino bis zum Sportgeschäft Vorteile erhält. Wer in Urlaub fährt, kann sich den Firmenbus kostenlos leihen.

„Zufriedene Mitarbeiter bilden die Säule für den Erfolg unseres Unternehmens“, erläutern Harald und Sigrid Getrey und überlegen weiter, wie man mit  innovativen Ideen das System McDonald’s positiv verändern kann.

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