Subway schließt über 1.100 Filialen

Keine Fast-Food-Kette hat weltweit mehr Läden als Subway. Doch die Zentrale überzieht die eigenen Restaurants mit juristischen Verfahren. Ein Auslöser der Krise ist ausgerechnet Amerikas beliebtestes “5 Dollar Footlong Sandwich”.

Die Fast-Food-Kette Subway hat eine rasante Expansion hinter sich: Während die Konkurrenten McDonald’s und Starbucks gerade einmal auf rund 14.000 Filialen kommen, ist Subway mit mehr als 40.000 Läden klar die Nummer eins. Jetzt sind die gehäuften Schließungen offenbar Fehlentscheidungen des Unternehmens geschuldet — zu viele Franchise-Unternehmen hatten sich im Nachspiel der Finanzkrise zu günstigen Bedingungen angesiedelt. Diese nehmen sich nun gegenseitig die Kunden weg und können sich bei den gestiegenen Kosten nur noch schwer halten. 

Subway begann damals, immer mehr Filialen zu öffnen. Um das Wachstum schnell voranzutreiben, spuckte Subway ein Heer von Bezirksvertretern aus, die für sich Provisionen für möglichst viele “abgeschossene” Franchise-Partner kassierten. Und anders als bei der Konkurrenz war es auch nicht so wichtig, ob der neue Laden im Einzugsgebiet eines bereits bestehenden Subway-Restaurants lag. Als Subway-Gründer Fred deLuca vor über zehn Jahren in Köln am Friesenplatz sein Konzept präsentierte, war hingegen der Ärger auch schon groß.

Denn das “Schneeball”-Konzept rächt sich, so ermittelten Spiegel und andere renommierte Blätter. Seit die Geschäfte schlechter laufen, nehmen viele Subway-Lizenznehmer einander die Kunden weg – statt mit McDonald’s und Co. zu konkurrieren. In einem Interview hat Vorstandschefin Suzanne Greco neulich eingeräumt, das Unternehmen habe sich in der Vergangenheit zu sehr “auf die Restaurantzahl fokussiert. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Stärkung des Marktanteils”.

Der Sandwichpreis wackelt gewaltig

Auch der Verkaufsschlager – Five Dollar Footlong – hat zu Konflikten geführt. Das Problem: Die Finanzkrise ist lange her, die Preise für Zutaten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Subway hat deshalb 2016 den Preis auf sechs Dollar erhöht – aber das löste Proteststürme unter den Kunden aus, die immer noch den alten Werbeslogan im Ohr hatten. Also kehrte der Konzern zum alten Preis zurück – und brachte damit die eigenen Restaurantbetreiber gegen sich auf. Sie starteten eine Petition gegen das Angebot, das ihnen Verluste bescherte. Subway gab nach – und sucht nun nach anderen Wegen aus der Krise. Den Subway-Laden am Friesenplatz gibt es schon lange nicht mehr, und den gegenüber auch nicht! Fred deLuca wird’s allerdings verschmerzen können.

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