Franchise-Wirtschaft vor dem EXIT: Jeder Tag zählt

Franchise-Handel

Die Hälfte aller Franchisenehmer in Handel, Gastronomie, Freizeit und Touristik erwischt die Corona-Krise eiskalt. Das finanzielle Polster der in diesen Branchen tätigen System-Partner ist dünn und ein Ende der Krise noch lange nicht in Sicht. Klare Kante zeigt in der Not der Handelsverband Deutschland (HDE)

Es gehört keine Phantasie dazu um zu prognostizieren, dass nach der CORONA-Krise Nichts mehr so sein wird wie zuvor. Sicher ist zur Minute nur eins: die Unsicherheit vor der wirtschaftlichen Entwicklung. Denn wann und wie es zu dem vom Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel angemahnten EXIT kommt steht dahin. Der Übergang zu einer wieder funktionierenden und schließlich auch florierenden Wirtschaft wird sicherlich nicht in Monaten sondern in Jahren zu messen sein. Zu groß sind die Verwerfungen in der globalisierten Ökonomie, die mit ihren Leistungs- und Logistik-ketten, die gerade keine natürliche Barriere gegen eine Panepidemie und unter dem Primat des gesundheitlichen Schutzes bilden. Wie der Schutz der Menschheit mit dem Schutz der Wirtschaft wieder in Einklang gebracht werden kann, steht solange dahin bis ein wirksamer Impfschutz gefunden ist.

Derweil kämpft die Wirtschaft vom Kiosk an der Ecke bis zur Lufthansa am Boden ums Überleben. Mit einem Mammut-Konjunkturprogramm wollen der Bund und die Länder den vom „Shutdown“ Firmen finanziell unter die Arme greifen. Doch der Teufel steckt auch bei dem nun im Eiltempo über die parlamentarischen Hürden gebrachten Rettungsschirm im Detail. Der Chef-Lobbyist des deutschen Einzelhandels, Stefan Genth befürchtet in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Volkswagen und Audi Partnerverband (VAPV) „dass die Kreditbewilligung durch die Banken zu lange dauert.“ Um an das Geld vom Staat zu gelangen müssen Unternehmer sich an ihre Hausbank wenden, die ihrerseits die Programme der KfW- Förderbank aktiviert. Künftig übernimmt die KfW statt 80 bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos übernimmt, den Rest muss die Hausbank tragen. Deshalb beschleunigt sich das Prozedere der Kreditgewährung aber nicht, denn den Rest muss weiterhin die Hausbank tragen Im Gegenteil: „Hier zählt jeder Tag“, sagt HDE Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kreditprüfungen durch die Hausbanken etwa, die mehrere Wochen dauern, seien inakzeptabel. „Die Unternehmen brauchen jetzt verlässliche Zusagen.“

Die Förderbank KfW solle daher für 100 Prozent des Ausfallrisikos bürgen. Ansonsten drohe eine Pleitewelle in den deutschen Innenstädten, unter anderem bei alteingesessenen Schuh- und Bekleidungsfilialisten. „Unter den gegebenen Umständen halten viele Einzelhändler nicht länger als vier Wochen aus“. Bei ungefähr einem Sechstel der Händler handele es sich zudem um mittelgroße Unternehmen, die nicht vom Soforthilfeprogramm der Bunderegierung profitierten. „Sie laufen Gefahr, zwischen den einzelnen Förderprogrammen der Bundesregierung durchzufallen“, so Genth. „Auch für solche Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern müsste der Staat Soforthilfen leisten“, sagt Genth, „indem er zum Beispiel die horrenden Mietkosten in den deutschen Innenstädten bezuschusst.“

Alle Hoffnung ruht auf die von Bund und Ländern bereitgestellten Soforthilfen in Form von nicht zurückzahlbaren Direktzuschüssen spielen. „Das Soforthilfe-Programm der Bundesregierung ist wichtig, wenn auch vom möglichen Auszahlungsbetrag knapp bemessen“, so Genth. Im Einzelhandel seien zudem zahlreiche Unternehmen, die mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen, von Schließungen betroffen und auf entsprechende Hilfen angewiesen. „Auch hier sind Direktzuschüsse dringend geboten“, sagt Stefan Genth. Darüber hinaus müssten Bund und Länder bereits jetzt einen bundesweit einheitlichen und verlässlichen Fahrplan „für die Zeit danach“ entwerfen.

Der bestens in Berlin vernetzte Chef-Lobbyist des Einzelhandels bricht mit seinen Korrekturvorschlägen zur Meisterung der Corona-Krise auch eine Lanze für die Franchise-Systeme im Handel – immerhin fast ein Drittel aller Systeme.

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