Franchise Management Award 2020: Die Nominierten!

Franchise-Management Award 2020

Die Würfel sind gefallen: Die Liste der Nominierten für den Franchise Management Award 2020 steht. Mehrere hundert Franchise-Partner haben ihren Kandidaten vorgeschlagen. Die Redaktion von Franchising.mag und franchising-network.de hat die Liste der zehn mit den meisten Stimmen vorgeschlagenen Manager vorgestellt und an die Jury weitergeleitet. Die fünf-köpfige Fachjury aus ausgewiesenen Franchise-Experten haben wir in den vergangenen Tagen vorgestellt.

Die einzelnen Award-Kandidaten wurden den Mitglieder der Jury präsentiert. Die Entscheidung fällt dann im Januar mit der Prämierung der drei Gewinner.

Zur Bewertung: Die Aufgaben im Franchise-Management sind vielseitig: Top-Manager führen sowohl im Operativen als auch im Strategischen die Franchise-Partner, entwickeln neue Angebote und Konzepte und sind verantwortlich für Betriebswirtschaft, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Qualitäts- und Produktmanagement und für den Vertrieb. Die Exzellenz ihrer Leistungen im Tagesgeschäft 2020 steht im Fokus des Votums der Juroren.

Um die Leistungen dieser Berufsgruppe zu würdigen, vergiben Franchising.mag und franchising-network.de den Franchise-Management-Award 2020.

Bis zum Jahresende prüft die Fachjury die eingegangenen Vorschläge und wählt aus der Top-Ten der Nominierten in einem Ranking die Top-Drei und den Sieger des Franchise-Management-Award 2020. Im Januar 2021 werden die Sieger dann präsentiert offiziell geehrt. Gleichzeitig werden alle Nominierten Mitglied im exklusiven Franchise-Management-Award-Club.

Die Nominierten sind in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet mit einigen für die Beurteilung ihrer Management-Leistung relevanten Details.

  • Andreas Berents, TÜV Rheinland

Hidden Champion im Franchising

Andreas Berents fungiert seit Mai 2019 als Global Expert Franchise bei der zur TÜV-Rheinland-Gruppe gehörenden TÜV International GmbH in Köln und ist gleichzeitig Managing Director der TÜV Rheinland Schaden- und Wert GmbH und der FSP Unternehmensgruppe in Geltow. Zuvor war er langjährig Geschäftsführer der zum Reifenkonzern Michelin gehörenden Autowerkstattkette EUROMASTER und von MISTER MINIT, einem Franchise-Pionier. Nach der Sanierung zweier Franchise-Systeme lenkt er aktuell die weitere Expansion des Franchise-Systems FSP, das bereits über 750 Partner zählt. In dieser Größenordnung gehört FSP zur Liga der Hidden Champions im Franchising.

  • Mario C. Bauer, Vapiano

Glaube ans Comeback der Marke

Als Deus ex Machina betrat Ex-Vorstand Mario C. Bauer die Bühne im schier endlosen VAPIANO-Drama. Mario C. Bauer, der bis 2017 über sechs Jahre lang die Expansion von VAPIANO vorangetrieben hatte, sichert sich zusammen mit seinem Investorenteam nach dem Kauf von 29 Vapianos in Frankreich und Luxemburg für weitere 15 Mio. Euro nun auch die Marke und 30 deutsche Restaurants im Regiebetrieb. Das Ende vom Aufstieg und Fall der Kultmarke forcierte die Coronakrise: Der Sanierungsfall mutierte zum Insolvenzfall. Nun will Mario C. Berger die von anderen eingebrockte Suppe auslöffeln. Schließlich sind Krisenzeiten Unternehmerzeiten.

  • Lars Eckart, Paulaner

Von Peking nach Berlin

Seit 1992 sind Paulaner Bräuhäuser auf der ganzen Welt ein Synonym für echte bayerische Gastlichkeit. Der Erfolg von Paulaner verlief bislang unter dem Radar der hiesigen Franchise-Community. Mit der Umwandlung eines Lizenz- in ein Franchise-System schuf Lars Eckart die Basis für die weitere Internationalisierung, der einst in Peking Premiere feiernden Wirtshaus-Kette. Das erste Paulaner Franchise-Wirtshaus in Deutschland eröffnete zu Jahresbeginn 2020 am Potsdamer Platz in Berlin. Nach Blume 2000, Tchibo, Futterhaus und Pandora ist Lars Eckart seit 1. Juli 2016 Geschäftsführer der Paulaner Franchise & Consulting GmbH. Bis dahin war das Thema Franchising bei Paulaner Neuland.

  • Jonathan Gschwendner, TEE GSCHWENDNER

Nachfolge weit vor der Zeit

Die 1978 von Albert und Gwendalina Gschwendner gegründete Tee Gschwendner GmbH expandiert seit 1982 im Franchising. Auf durchschnittlich 55 qm Verkaufsfläche bieten die bundesweit 124 Fachgeschäfte gut 350 lose Teesorten an. International ist Tee Gschwendner mit insgesamt 9 Fachgeschäften in Luxemburg, Österreich, USA, Kuwait und Saudi-Arabien vertreten. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienhand. Nach dem frühen Tod der Eltern ist Jonathan Gschwendner Geschäftsführer, seine Schwester Anna führt das traditionsreiche Fachgeschäft in der Bonner Innenstadt, der Nucleus des Franchise- Systems, das neben Portas, OBI, BackWerk, VomFass oder Town & Country zu den Pionieren made in Germany zählt.

  • Thomas Klaffke Tank + Rast / SANIFAIR

Das Geschäft mit dem Geschäft

An Autobahnen, in Bahnhöfen und in Einkaufszentren setzt das zur Tank+ Rast-Gruppe zählende Franchise-System Sanifair den Standard, wenn es um Toiletten und Hygiene geht. Das europaweit schon rund 550-mal multiplizierten Franchising-Konzept Sanifair pilotiert Thomas Klaffke. Der Manager dieser beispielhaften Expansion lernte als junger Mann das Franchise-Handwerk bei Wolfgang Müller, dem legendären Gründer der Sonnenstudio-Kette Sunpoint. Damals zählte „der Sonnenkönig von Kölle“ 500 Studios und sinnierte über „doppelt so viele“. Der harte Kern von 170 Franchisenehmern betreibt heute 220 Studios. Sein Franchise-Wissen hatte der ausgebildete Textil-Ingenieur bei den beiden Franchise-Systemen Photo Porst und McDonalds gesammelt und Klaffke vermittelt.

  • Marion Lauterbach, SCHÜLERHILFE

Homeschooling in der Corona-Krise

In der Corona-Krise reagierte Schülerhilfe unter Federführung von Marion Lauterbach prompt: Seit Montag, den 23.03.2020, geben die über 8.000 Nachhilfelehrer der Schülerhilfe mehr als 25.000 Nachhilfestunden pro Tag per Online-Video-Chat als Ersatz für den ausgefallenen Unterricht vor Ort. Damit ist die Schülerhilfe nach eigener Einschätzung mit Abstand der größte Anbieter für professionelle Online Nachhilfe in Deutschland. Die 1974 gegründete Schülerhilfe praktiziert seit 1983 Franchising etwa die Hälfte aller Standorte wird in eigener Regie als Filiale betrieben. Das System ist in den Dekaden gereift. Die Quote der Abbrecher unter den Franchise-Gründern beziffert Marion Lauterbach mit „deutlich unter 1 Prozent“.

  • Drs. Limmer & Schneider, Ex-BackWerk

Neues Glück mit Hans

Die promovierten Ökonomen Dirk Schneider und Christian Limmer, bewiesen mit BackWerk ihr unternehmerisches Talent. Die beiden ehemaligen Roland-Berger Consultants sanierten den vom Münchner Bäckermeister Robert Kirmeier in Monheim am Rhein gegründeten Back-Diskonter, vollzogen auf der Spur von Back-Factory einen Konzeptwechsel hin zum Backgastronomen und verkauften 2014 das Franchise-System zum Großteil für 100 Millionen Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Beim nachfolgenden Deal mit VALOR versilberten beide die restlichen Geschäftsanteile von insgesamt 20 Prozent. Mit einem Teil der erlösten Millionen übernahm das Duo kurz vor Beginn der Corona-Krise die Gastronomie-Kette „Hans im Glück“ und harrt nun auf den Restart nach dem Lock-Down.

  • Alexander Mehnert, HOME INSTEAD

Daheim bleibt daheim

Home Instead Care Service aus Omaha in den USA ist der globale Marktführer in der nicht-medizinischen Betreuung von Senioren daheim. Weltweit gibt es über 1.200 Franchise-Büros in 12 Ländern – über 100 aktuell in Deutschland. Das seit 2008 vom Master-Franchisenehmer Jörg Veil zur Branchenspitze geführte Unternehmen soll mit dem erfahrenen Franchise-Manager Alexander Mehnert, der seit dem 1. Oktober 2020 dabei ist, die Marktposition weiter ausbauen. Der ehemalige Marineoffizier startete 2008 als Geschäftsbereichsleiter Franchise bei der Schülerhilfe. Danach avancierte er zum Geschäftsführer bei der TeeGschwendner GmbH. Vor seinem Eintritt in die Geschäftsleitung von Home Instead legte Mehnert ein zweijähriges Intermezzo als Geschäftsführer der Confiserie Coppeneur et Campagon ein, um beim Pralinenhersteller den Franchise-Start zu navigieren. Nachhilfe, Teehandel, Pralinen und nun die Altenpflege daheim – die Branchen liegen denkbar weit auseinander, doch das Konzept Franchising ist universell.

  • Anja Roske, NORDSEE

F(r)isch auf den Tisch der Investoren

Die NORDSEE GmbH mit Sitz in Bremerhaven wurde 1896 als „Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft NORDSEE“ von Bremer Reedern und Kaufleuten gegründet. Seit 2001 offeriert NORDSEE ein eigenes Franchise-Modell. Von den rund 370 Restaurants werden derzeit 152 von Franchise-Partnern im In- und Ausland betrieben. Die Tendenz ist steigend. Der Fokus liegt auf die Ausweitung des Franchise-Systems in Deutschland. Aus Kundensicht liegt die Marke NORDSEE bereits klar auf Kurs: Nordsee ist die Gastronomie-Marke des Jahres, gefolgt von Hans im Glück. Das ist das Ergebnis des Rankings “Marke des Jahres 2020” des Marktforschungsinstituts Yougov gemeinsam mit dem Handelsblatt.

Es herrscht Aufbruchstimmung”, verkündete Ex-NORDSEE-CEO Robert Jung. “Wir haben im Hafen unsere Schiffe frisch aufgetakelt, mit Proviant bestückt, zusätzliche Seeleute angeheuert. Jetzt stechen wir mit neuem Kurs wieder in See.” Als Ziel gab er im Interview mit der Fachgazette foodservice aus, in Österreich und Deutschland in den nächsten drei Jahren signifikant mehr Filialen eröffnen als schließen zu wollen.

Über die Performance der NORDSEE wachen die Investoren. Lange Zeit gehörte die Fischrestaurant-Kette zum Portfolio der Unternehmensgruppe Theo Müller (Müllermilch). Einen Minderheitsanteil hielt der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps. Seit 2018 bestimmt die Kharis Captial aus dem steuergünstigen Örtchen Zug in der Schweiz. Alessandro Preda, der frühere Europa-Chef des Gastronomieriesen Autogrill, will für den Finanzinvestor Kharis Capital einen der größten Restaurantkonzerne Europas schaffen und die Anzahl der Standorte verdoppeln.

Die Geschicke der Partner bei der NORDSEE liegen derweil in der Hand von Anja Roske, Franchise-Managerin, die zudem als Schatzmeistern des Deutschen Franchiseverbandes (DFV) Flagge zeigt.

  • Mark Willekes, PLANA

Aufholjagd im Küchenmarkt

Deutschlands größter Versender Otto mit Küche & Co., der MEK Einkaufsverbund mit Reddy, die Händlerkooperation „Der Kreis“ mit dem Franchise-System VARIA, sowie der französische Marktführer SCHMIDT Küchen wetteifern um die Position des größten Franchise-Systems in der florierenden Küchenbranche. Hinter diesem Quartett rangiert PLANA Küchenland mit derzeit 38 Küchen-Studios. Geschäftsführer der PLANA Küchenland Lizenz & Marketing GmbH mit Sitz in Böblingen ist Mark Willekens. Sein erklärtes Ziel ist es, PLANA aus dem Windschatten der Big Four zu führen.Die Franchise-Partner betreiben Häuser in der Bandbreite von 200 bis 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Das 1988 gestartete Franchise-System liegt trotz Corona-Krise erneut 2020 über dem Plan.

Seit 2007 gehört PLANA Küchenland zur niederländischen De Mandemakers Group. Mit rund 350 Standorten, verteilt auf die Niederlande, Deutschland und Belgien, gilt das 1978 von Ben Mandemakers gegründete Familienunternehmen als führend in Europa.

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