Deal in der Krise

Rene Benko

Den Tiroler Immo-Investor Rene Benko läßt das Virus kalt: Er verkauft mitten in der Corona-Krise trotz Insolvenz-Schutzschirm über seine Signa Holding 17 deutsche Galeria Karstadt Kaufhof-Geschäfte um 700 Mio. Euro, so Bloomberg. Wo sich die 17 von insgesamt 240 Standorten befinden, blieb im Bericht offen. Möglich macht das die Firmenkonstruktion, wonach die Immobilien vom Handelsgeschäft getrennt sind. Das Geschmäckle besteht darin, dass die Commerzbank im Zuge der Kreditvergabe der KfW-Mittel die Haftung für die zehn Prozent des Kredits verweigerte, womit mal eben 28.000 Arbeitsplätze der Galeria Karstadt Kaufhof gefährdet sind. Denn unter dem Schutzschirm “seien viele Dinge möglich, die in normalen Zeiten kaum denkbar wären”, so ein Insider. “Zehnjährige Mietverträge könnten plötzlich in drei Monaten gekündigt werden, Personal in großer Zahl schnell abgebaut werden, ohne Abfindung und ohne Gewerkschaften einzubeziehen.” Ein weiterer Schritt, die Toplagen in ein Nobelareal für Gutbetuchte zu verwandeln und damit durchaus Chancen für Franchise-System zu eröffnen.

Signa soll bei Kaufhof/Karstadt eine Strategie mit Schwerpunkt auf sieben besonders gute deutsche Innenstadtlagen fahren, so die von Bloomberg zitierten Kenner. Dabei gehe es um die Cities von Berlin, München oder Düsseldorf. Ansonsten würden Vermögenswerte abgebaut. (apa/red)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.