Die Finanziers von Vapiano

Henry McGovern

Vapiano Finale II. Akt:

Mit vier Investoren versucht Ex-Vapiano-Vorstand Mario C. Bauer einen Neuanfang mit dem Deutschen Food-Italiener, wir berichteten. Die Vorgänge bedürfen aber einer weiteren Betrachtung: Die Investoren sind allesamt gut betucht und mit dem Tagesgeschäft vertraut. So wie der legendäre VAPIANO-Mitgründer, der seine Anteile an die Erben des TCHIBO-Konzerns verkaufte, ist auch der Amerikaner Mc Govern ein Selfmade-Millionär. Mc Govern ist Gründer von Europas größten Multi-Konzept-Restaurantbetreiber Amrest, der erst kürzlich nach 25 Jahren Aufbauarbeit Kasse machte und ein neues Investment sucht. Die Familie Van der Valk hingegen gehört in den Niederlanden zu den Hotel-Dynastien und war einer der ersten internationalen Franchisepartner von Vapiano. Das Familienunternehmen hat seinen Ursprung in einem 1862 eröffneten Café in Voorschoten und umfasst heute 93 Hotels.

Reimann folgt Harf

Sinclair Beecham wiederum ist Gründer von Pret A Manger, der angesagten Sandwich-Kette in Großbritannien, die sich 2018 ebenfalls ein Großinvestor schnappte: Die Unternehmerfamilie Reimann, sie zählt zum erlesenen Clan der Milliardäre mit einem von 11 Mrd. Euro auf bis zu 33 Mrd. Euro geschätzten Vermögen, das seinen Ursprung in der Chemiefirma Benckiser hatte.

Der strategische Kopf hinter dem jüngst eingefädelten Deal ist Peter Harf, Chairman der JAB Holding Company s.à r.l., die das Vermögen der Reimanns verwaltet zu dem unter anderem eine Mehrheitsbeteiligung am Parfümhaus Coty und dem Kaffeehersteller Jacobs Douwe Egberts, Anteile an Reckitt Benckiser, sowie zahlreiche weitere Beteiligungen gehören.

Zukunftsängste plagen den Major Domus der Reimanns nicht. Die Coronakrise beflügelt laut Harf im Interview mit dem HANDELSBLATT sogar die meisten Firmen von JAB: „Unser Kaffeegeschäft ist im Aufwind, der Umsatz steigt. Wir erwarten Rekordergebnisse.“ Wegen Corona säßen die Leute nun zuhause, langweilten sich und tränken Kaffee, so Harf. Demnächst kommt außer Haus wieder Pizza oder Pasta auf den Tisch. Denn gegessen wird immer – darauf vertrauen die langfristig denkenden Strategen in den Family Offices, die wie Peter Harf beim Franchise-Monopoly kräftig mitmischen. mehr

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